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Date: Thu, 15 Jan 2009 15:22:27 +0100 (CET)
Subject: Nachrichten aus Deutschland
Auswärtiges Amt
www.auswaertiges-amt.de
15.01.2009
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1. Bund 2008 trotz Krise mit geringerer Neuverschuldung
2. Bundesregierung will neue Agentur für Öko-Energie in Bonn
3. „die Sprache Deutsch“: Von den Nibelungen bis zur SMS - Ausstellung
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15.01.2009
1. Bund 2008 trotz Krise mit geringerer Neuverschuldung
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück musste im vergangenen Jahr trotz Finanzkrise und Konjunktureinbruch weniger neue Schulden aufnehmen als geplant. Die Neuverschuldung lag mit 11,5 Milliarden um knapp 0,4 Milliarden Euro unter der ursprünglich geplanten Netto-Kreditaufnahme, teilte das Finanzministerium am Donnerstag (15. Januar) bei Vorlage vorläufiger Zahlen für den Bundesetat 2008 in Berlin mit.
Der Abschluss sei möglich geworden, obwohl die Erlöse aus Privatisierungen im Vergleich zur Planung um rund sechs Milliarden Euro geringer ausgefallen seien. So wurde unter anderem der Börsengang der Deutschen Bahn AG verschoben und der Verkauf der ostdeutschen Immobilientochter TLG zurückgestellt.
Quellen: dpa, pa.
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15.01.2009
2. Bundesregierung will neue Agentur für Öko-Energie in Bonn
Die Bundesregierung will die neue Internationale Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) in Bonn ansiedeln. Das Kabinett beschloss am Mittwoch, 14. Januar, den Gründungsvertrag am 26. Januar in Bonn zu unterzeichnen und die Weichen für einen schnellen Aufbau zu stellen. Die Regierung setze sich dafür ein, dass die Agentur in Bonn angesiedelt werde, teilte das Bundesumweltministerium in Berlin mit. Bis Ende April soll die Bewerbung eingereicht werden. Die von einer Kommission getroffene Entscheidung über den Sitz der Agentur wird für Juni erwartet.
Das Ziel von IRENA ist, den Ausbau der Öko-Energien weltweit voranzubringen und die Abkehr von Öl, Kohle und Gas zu forcieren. Dabei sollen Industrie- wie Entwicklungsländer beraten werden. Deutschland, Spanien und Dänemark hatten die Gründung angestoßen. Bisher haben nach Angaben des Umweltministeriums knapp 40 Staaten zugesagt, den Gründungsvertrag zu unterzeichnen. Dazu werden Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Umweltminister Sigmar Gabriel, Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul erwartet. Die Weichen waren im Oktober in Madrid gestellt worden.
Quellen: dpa, pa.
http://www.irena.org
Informationen zur Energiepolitik
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15.01.2009
3. „die Sprache Deutsch“: Von den Nibelungen bis zur SMS - Ausstellung
Von den Nibelungen bis zur SMS: Eine Ausstellung in Berlin befasst sich mit der Geschichte der deutschen Sprache. Es ist ein ehrgeiziges Projekt. Der Besucher des Deutschen Historischen Museums streift durch 1.200 Jahre, vom Althochdeutschen über die höfische Dichtung, Gutenberg und Luther bis heute. Zu sehen sind von diesem Donnerstag (15. Januar) an bis zum 3. Mai 250 Exponate aus 64 Sammlungen, von Möbeln aus den Arbeitszimmern der Gebrüder Grimm bis zum Notizbuch der legendären Comic-Übersetzerin Dr. Erika Fuchs. Eine Kostbarkeit ist die Abrogans-Handschrift aus dem 8. Jahrhundert, die als das älteste Buch in deutscher Sprache gilt.
Trotz aller Diskussion um „Denglisch“, den Einfluss der vielen englischen Wörter heutzutage, Vorschriften machen will die Ausstellung mit dem Titel „die Sprache Deutsch“ nicht. Es geht um Sprachspaß, nicht um Regulierung, stellt Museumsdirektor Hans Ottomeyer klar. Deutsch mit seinen 300.000 Wörtern und rund 110 Millionen Sprechern ist für ihn ein „Bedeutungsriese“, aber ein „Geltungszwerg“. „Wir vertreten sie nicht richtig“, findet Ottomeyer. Dass die Welt der Worte ein Publikumserfolg sein kann, zeigt sich gerade in der Ausstellung „man spricht Deutsch“ im Bonner Haus der Geschichte, bei der die Gegenwart der Schwerpunkt ist. Sie wird bis Ostern verlängert.
In Berlin zeigt sich die Germanistik ebenfalls von ihrer unterhaltsamen Seite. Welche Sprachfamilien gibt es? Wie klang Frühneuhochdeutsch? Wo heißt das Kerngehäuse eines Apfels "Griebsch", wo "Krotze" oder "Butzen"? Linguisten zeichnen das auf Karten zu den Dialekten nach. Auf einer Leseinsel kann der Besucher in gelben Reclam-Heftchen blättern, ein paar Schritte weiter ist auf einem Gemälde die Verlegerfamilie Reclam zu sehen.
Bei einem Test geht es um Wissen zum Sprachschatz in der DDR. Ein Kehlkopfmodell zeigt, wo die Stimmbänder liegen. In Vitrinen gibt es Exkurse zum Spracherwerb, der Jugendsprache, dem Slang im türkischen Kiez oder auch in die Welt der Werbung mit dem Slogan „Geiz ist geil“. Auf einer Karte sind „ausgewanderte Wörter“ zu sehen: In Nigeria kennt man demnach die Wendung „Ist das so“, in Nordamerika den deutschen „Schweinehund“.
Für den Präsidenten des Goethe-Instituts, Klaus-Dieter Lehmann, kommt die Ausstellung genau zum richtigen Zeitpunkt. Die deutsche Sprache wird viel diskutiert. Die Goethe-Institute, an denen sie weltweit gelehrt wird, sind im Aufwind.
Während sich früher der Deutschunterricht auf die Alltagskonversation konzentrierte, soll nun Literatur wieder eine größere Rolle spielen. In der kreisförmig angelegten Ausstellung geht es auch darum, wie Sprache zur Poesie wird und welche Strahlkraft sie hat. Beispiele sind Notizen, Manuskripte und Tondokumente berühmter Dichter wie Hermann Hesse, Wilhelm Busch und Thomas Mann. Frau Dr. Erika Fuchs ließ sich bei ihren Übersetzungen der Donald-Duck-Abenteuer von Schillers „Wilhelm Tell“ inspirieren, wie an ihrem Arbeitsplatz zu sehen ist.
Quellen: dpa, pa.
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