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Date: Fri, 2 Jan 2009 14:38:10 +0100 (CET)
Subject: Nachrichten aus Deutschland
Auswärtiges Amt
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02.01.2009
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1. 10. Geburtstag für den Euro: Den Kinderschuhen entwachsen
2. Champagner für Airbus-Chef Enders - zwölfter A380 ausgeliefert
3. Computer soll zerrissene Stasi-Akten wieder zusammensetzen
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02.01.2009
1. 10. Geburtstag für den Euro: Den Kinderschuhen entwachsen
Am Neujahrstag 2009 hat eines der wichtigsten und schwierigsten Projekte der Europäischen Union sein erstes bedeutsames Jubiläum begangen: Der Euro ist zehn Jahre alt.
Am Anfang stand eine Prophezeiung, und die stammte vom französischen Ökonomen und Finanzpolitiker Jacques Rueff aus dem Jahr 1950: „L’Europe se fera par la monnaie ou ne se fera pas“ - Europa wird über die Währung gelingen oder es wird überhaupt nicht gelingen. Erste Überlegungen und Pläne für eine Europäische Währungsunion gab es zwar schon Anfang der 1960er und der 70er-Jahre, doch der Druck zum Handeln kam schließlich von außen.
„Es war in der Folge des Vietnam-Krieges und seiner Finanzierung, dass die Nixon-Administration nicht nur die Gold-Einlösungspflicht für den Dollar aufgehoben hat, sondern auch das Prinzip der festen Paritäten zwischen den Währungen", erinnert sich der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt, der damals noch Finanzminister war. 1972 schlossen sich sechs, später neun Mitglieder der damaligen Europäischen Gemeinschaft zu einem Wechselkursverbund zusammen. Sie verpflichteten sich, ihre Währungen - wie eine Schlange im Tunnel - nur noch in engen Grenzen gegeneinander schwanken zu lassen. Die gemeinsame Verrechnungseinheit nannte sich ECU.
Schmidt weiter: „Möglicherweise war es eine Parallelwährung zu den nationalen Währungen. Derjenige, der das aufgegriffen und voran getrieben hat, war dann Jacques Delors." Delors schuf als Präsident der EU-Kommission die Grundlagen für die Europäische Wirtschafts- und Währungsunion, die vor zehn Jahren zur Gründung der Europäischen Zentralbank und zur Einführung des Euro führte.
Für Karl Otto Pöhl, den ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank, gab es noch ganz andere Gründe, die schließlich zum Euro führten - und zwar die Erfolgsgeschichte der D-Mark. Die war nämlich so stabil, dass einige kleine Länder ihre Geldpolitik komplett aus der Hand gaben und ihre Währungen an die D-Mark banden. „Für Länder wie Holland oder Dänemark war das akzeptabel. Die haben gesagt: Wir sind so klein; wenn die Deutschen eine anständige Geldpolitik machen, dann können wir dem auch folgen.“
Und für Frankreich war es eine Prestige-Frage. „Das ist meines Erachtens einer der wesentlichen Gründe, dass wir eine Europäische Währung bekommen haben, in der alle beteiligten Länder an der Geldpolitik beteiligt sind,“ sagt Pöhl. „Im Europäischen Zentralbank-Rat sind heute alle Notenbanken vertreten, das heißt, die Geldpolitik in Europa wird von einem gemeinsamen Gremium gemacht.“
Dieses Gremium, die Europäische Zentralbank, hat den Euro bislang recht sicher durch alle Währungsturbulenzen gesteuert. An seinem ersten Handelstag, dem 4. Januar 1999, notierte der Euro bei knapp einem Dollar und 18 US-Cents. Doch dann wurden Politiker und Ökonomen zunehmend nervös, denn der Euro verlor ständig an Wert. Im Oktober 2000 erreichte er sein bisheriges Allzeittief, als man nur noch rund 82 US-Cent für einen Euro bekam. Doch das waren, im Nachhinein gesehen, wohl eher Anlaufschwierigkeiten, denn seitdem ging es mit dem Euro ständig nach oben. Ihren Tageshöchstkurs erreichte die Gemeinschaftswährung am 15. Juli 2008, als man für einen Euro fast 1,60 Dollar bekam. Doch wer nicht gerade in den Dollarraum exportiert oder dort Urlaub macht, interessiert sich kaum für den Außenwert der europäischen Gemeinschaftswährung - er ist mehr an der inneren Stabilität seiner Währung interessiert.
Vor allem in Deutschland galt der Euro anfangs als Teuro. Das Gefühl einer hohen Geldentwertung oder auch Inflation hielt sich hartnäckig, obwohl die Statistik eine andere Sprache spricht. Im Schnitt lag die Preissteigerung in den elf Euroländern der ersten Stunde sowie in Griechenland zwischen 1999 und 2007 bei 2,1 Prozent pro Jahr - und hat damit nur knapp das Ziel der Europäischen Zentralbank verfehlt, die Inflation unter, aber nahe bei zwei Prozent zu halten.
Heute vertrauen knapp 320 Millionen Europäer dem Euro. In 15 Staaten ist er offizielles Zahlungsmittel, sechs weitere, zumeist kleine Staaten haben ihn stillschweigend eingeführt - auch ein Zeichen für den Erfolg der Gemeinschaftswährung. „Von mir aus gesehen darf es getrost noch einmal ein halbes Jahrhundert dauern, bis wir von einer Vollendung der Europäischen Union werden reden können", sagt Alt-Kanzler Schmidt. „Der Euro aber, der wird sich schon in weniger als einem Jahrzehnt als eine Weltwährung erweisen.“
Quelle: dpa.
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02.01.2009
2. Champagner für Airbus-Chef Enders - zwölfter A380 ausgeliefert
Champagner für Airbus-Chef Thomas Enders: Mit der Auslieferung des zwölften Airbus A380 am Dienstag (30. Dezember) in Hamburg hat der Spitzenmanager seine Wette gewonnen und kann den Korken knallen lassen. Während spekuliert worden war, dass Airbus wegen Produktionsproblemen sein nach unten korrigiertes Auslieferungsziel von zwölf Maschinen (statt 13) für 2008 nicht werde einhalten können, behielt Enders recht: „Ich bin bereit zu wetten, dass wir in diesem Jahr mehr als elf Maschinen ausliefern, und zwar eine große Magnum- Flasche“, sagte er im September.
Die zwölfte Maschine wurde von der Fluggesellschaft Emirates aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) übernommen, die nun über vier der Großraumflugzeuge verfügt. Rund 100 Airbus-Mitarbeiter hatten selbst am 2. Weihnachtsfeiertag Hand angelegt, damit die Innenausbauten fertig wurden. Die Arbeitsteilung bei Airbus sieht vor, dass Kunden aus Europa und dem Nahen Osten die A380 in der Hansestadt abholen, in Toulouse werden die anderen Maschinen ausgegeben.
2009 will Airbus 21 Maschinen (statt ursprünglich 26) des Typs A380 abliefern. Die erste A380 war 2007 an Singapore Airlines gegangen. Das weltgrößte Passagierflugzeug gilt als technisch perfekt.
Ende Juli hatte Emirates in Hamburg die erste von 58 bestellten A380-Maschinen übernommen und mit der selbst gewählten Innenausstattung - unter anderem einem Bartresen, Liegesitzen und zwei mit Duschen ausgestatteten Bädern für die erste Klasse - für Aufmerksamkeit gesorgt. Die bisher vier übernommenen Maschinen seien in ihrer Ausstattung identisch, berichtete der Airbus-Sprecher. Der Listenpreis der A380 beträgt 327,4 Millionen US-Dollar. Das Großraumflugzeug bietet bis zu 853 Passagieren Platz.
Quellen: dpa, pa.
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02.01.2009
3. Computer soll zerrissene Stasi-Akten wieder zusammensetzen
Zerrissene Stasi-Akten sollen von 2010 an per Computer rekonstruiert werden. Die Entwicklung des elektronischen Puzzles komme gut voran, sagte Projektleiter Bertram Nickolay vom Fraunhofer Institut für Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik in Berlin der Deutschen Presse-Agentur dpa. Das Pilotprojekt im Auftrag der Bundesbehörde für die Stasiunterlagen wurde im April 2007 begonnen. Der Bundestag hat dafür etwa sechs Millionen Euro bereitgestellt.
„Der Computer kann schon Farben und Risskanten der Schnipsel erkennen, jetzt muss die Zuordnung von Schriften und Inhalten entwickelt werden“, sagte Nickolay zu dem nach seinen Angaben weltweit einmaligen System. Mit dem Projekt soll zunächst die zerrissene Hinterlassenschaft des DDR-Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) aus 400 Säcken am Computer zusammengesetzt werden.
Doch das ist nur ein kleiner Teil: Bürgerrechtler konnten im Herbst 1989 Tausende Säcke mit Stasi-Papierschnipseln vor der endgültigen Vernichtung retten. Derzeit lagern bei der Stasiunterlagen-Behörde noch mehr als 15.000 Säcke. Stasi-Offiziere hatten zum Schluss Akten per Hand zerrissen, weil die Reißwölfe heiß gelaufen waren. Bis zu 600 Millionen Schnipsel sind nach Schätzungen in den sichergestellten Behältnissen.
Bislang sei in dem Projekt der Inhalt von 40 Säcken digitalisiert, aber noch nicht zusammengesetzt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Gesamtprozess vom Griff in den Sack bis zur zusammengesetzten Seite hinbekommen“, sagte Nickolay. Nach Angaben von Joachim Häußler, der bei der Stasiunterlagen-Behörde für das Projekt verantwortlich ist, soll nach der technischen Rekonstruktion der einzelnen Seiten aus den 400 Säcken der Inhalt in 15 bis 18 Monaten erschlossen und zugeordnet werden. Man erhoffe sich aus der Auswertung unter anderem Informationen aus der Auslandsspionage der Stasi.
Ob und wie nach dem Pilotprojekt die elektronische Zusammensetzung von Schnipseln weitergehe, müsse der Bundestag entscheiden, hieß es in der Birthler-Behörde. Daneben werde die Rekonstruktion von Papieren per Hand im bayerischen Zirndorf fortgesetzt. Sie gilt jedoch als extrem aufwendig.
Quellen: dpa, pa.
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